Sprengmast zum manuell Nachladen. Zuverlässige vorbeugende Lawinenauslösung für zugängliche Standorte.

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Aufbau und Funktion

  • Die Bedienung der Anlage erfolgt über das Wyssen Avalanche Control Center WAC.3
  • Der Mast wird in der Anrisszone fix installiert
  • Es können 6 Ladungen à je 5 kg Sprengstoff eingesetzt werden
  • Die Beladung erfolgt manuell über eine Leiter am Mast
  • Die Stromversorgung erfolgt über solar gespiesene Batterien

Magazinkasten

Am Magazinkasten sind aussen die Solarpanels, die Antenne und eine Blitzlampe angebracht. Im Inneren befinden sich geschützt vor Wind und Wetter die Abwurfmechanik, Elektronik sowie 6 vorbereitete Sprengladungen. Dank dem kompakten Design, wird eine maximale Systemzuverlässigkeit erreicht.

  • Zur Auslösung wird eine Ladung aus dem Kasten abgeworfen
  • Während dem Fall wird eine Doppelzündung aktiviert
  • Die Ladung detoniert an der Halteschnur über dem Schnee nach einer Zeitverzögerung
  • Die Sprenghöhe über Schnee ist mit der Länge der Halteschnur variabel

Ladungsbehälter

Die Sprengladung besteht wie beim Lawinen-Sprengmast aus einem Kunststoffbehälter mit zwei vormontierten zwei vormontierten Schlagzünder SZ 83, welche mit 5kg Sprengstoff bestückt werden.  Der Sprengstoff, die Sicherheitsanzündschnüre und die Sprengkapseln werden durch den Betreiber vor Ort zusammengebaut. Der Sprengstoff sowie alle weiteren pyrotechnischen Elemente werden vom Kunden bei den entsprechenden Lieferanten direkt bezogen. Der Kunststoff ist aus biologisch abbaubarem Material.

Vorteile

  • Überschneesprengung mit grosser Ladung (Wirkungsbereich bis 260 m im Durchmesser)
  • Einfache und günstige Alternative zum Wyssen Lawinen-Sprengmast LS12-5
  • Bedienung über WAC.3 wie beim Lawinen-Sprengmast LS12-5
  • Ferngesteuerte Bedienung erlaubt wetterunabhängige und schnelle Auslösung
  • Kein Personal im Gefahrenbereich

Wirkung

Ferngesteuert einen leistungsfähigen Sprengstoff im richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Detonation zu bringen, bringt den grössten Erfolg zur kontrollierten Lawinenauslösung.

Aus Betreibersicht muss eine Sprenganlage höchst zuverlässig und wirkungsvoll sowie einfach in der Bedienung und Wartung sein. Die Installation im hochalpinen Gelände muss so einfach wie möglich und der Eingriff in dieser empfindlichen Umwelt schonend sein. Der Wyssen Lawinen-Sprengmast erfüllt diese Anforderungen auf optimale Weise.

Kleinstes Restrisiko dank grösstem Wirkungsbereich

  • Überschneesprengung mit grosser Ladung (5kg) ergibt einen maximalen Wirkungsbereich von bis zu 260m im Durchmesser
  • Sprengstoff mit hochfrequenter, N-förmiger Druckwelle führt bewiesen zur besten Auslösewirkung, insbesondere in grösserer Distanz vom Sprengpunkt
  • Möglichkeit zur Positionierung der Anlage auf erhöhten Stellen sowie erhöhter Aufhängung der Ladung, ermöglicht Bewirkung von Stellen im Druckschatten (in Couloirs, hinter Geländerippen)
  • Auslösung von kleinsten Schneemengen möglich, dank bester Wirkung
  • sehr guter Stabilitätstest zur Abschätzung der lokalen Lawinengefahr

Maximale Zuverlässigkeit

  • dank intelligentem Konzept, sind keine kritischen und bewegten Teile der Witterung ausgesetzt
  • dank Solarstromversorgung oder Windgenerator keine anfälligen Zuleitungen im Gelände nötig

Reduzierte Sperrzeiten dank schneller Auslösung, rund um die Uhr bei jeder Witterung

  • ferngesteuerte Anlagen erlauben den Einsatz rund um die Uhr
  • sehr schneller Einsatz und gleichzeitige Auslösung mehrerer Masten möglich
  • Sperrzeiten reduzieren sich in der Regel auf max. 30 Minuten
  • Räumung von Lawinenschnee entfällt im Normalfall, dank kürzeren Lawinenauslaufstrecken infolge Auslösung kleiner Portionen

Höchste Wirtschaftlichkeit

  • geringe Investitionen und Betriebskosten im Vergleich zu permanenten baulichen Schutzmassnahmen
  • kleinste Betriebskosten dank ausgeklügeltem Systemkonzept
  • Schäden an Infrastruktur werden durch die Auslösung kleiner Portionen vermieden
  • Volkswirtschaftlicher Nutzen dank reduzierten Sperrzeiten

Höchste Sicherheit für das Bedienungspersonal

  • Höchste Sicherheit für das Bedienungspersonal
  • Vorbereitung der Ladungen erfolgt in geschützten Räumen

Sehr umweltschonend dank kleinstem Eingriff in der Natur

  • Fundation beansprucht nur 1m₂
  • kurze Bauzeiten im Gelände vereinfacht Planung und Umsetzung
  • Sprengung über Boden verhindert Schädigung der Vegetationsdecke
  • Rückbau nach Lebensdauer problemlos möglich

Bedienungssoftware WAC.3

Die neueste Softwaregeneration mit entsprechender Steuerungshardware zur Bedienung, Überwachung und Datenarchivierung der bewährten Wyssen Lawinen-Sprengmasten LS12-5.

  • Einfache webbasierte Bedienungsoberfläche
  • Umfangreichen Zusatzfunktionen (z.B. Aussentemperatur)
  • Standortunabhängige Bedienung
  • Möglichkeit zur Mehrfachauslösung von Sprengmasten
  • Automatische Überwachung der Anlagen rund um die Uhr
  • Automatische Dokumentation und Archivierung der Daten

Datenübermittlung ist via Mobilfunknetz oder Funk

Sicherheitsvorschriften

Personal

Für die Bedienung der Anlage und Vorbereitung von Ladungen sind nur offiziell sprengbefugte Personen mit einem dafür gültigen Ausweis und einer entsprechenden Schulung von Wyssen Avalanche Control AG zugelassen. Weiter ist es sehr wichtig, dass das Bedienungspersonal über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung für die Risikobeurteilung, Massnahmenplanung, Massnahmenumsetzung sowie der Abschätzung über Sekundärlawinen und Lawinen die grösser werden können als erwartet, verfügen.

Lagerung

Bewilligung zur Sprengstofflagerung: Für jeden Maststandort muss durch den Bauherrn eine Genehmigung der zuständigen Behörde für die Sprengstofflagerung während der Einsatzdauer in den Magazinkasten der Sprengmasten angefordert werden.

Grundlagen zur kontrollierten Auslösung

Aus praktischen Erfahrungen und Theorie über die Entstehung von Lawinen im Hochwinter ist bekannt, dass die Wirkung einer Detonation über der Schneedecke zu besten Resultaten bezüglich Restrisiko von unvorhersehbaren Lawinenniedergängen führt. Das verwendete Sprengmittel sollte zu einer hohen Detonations-Geschwindigkeit führen und ein grosses Gasvolumen bei hohem Arbeitsfaktor erreichen. Untersuchungen von umfangreichen Experimenten zeigen, dass Sprengstoffe mit den oben erwähnten Eigenschaften und Ladungspositionen oberhalb der Schneedecke, die grössten Wirkungsradien erreichen. Die nachfolgende Tabelle aus der Mitteilung Nr. 53/1996 vom WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos, zeigt die ungefähren Wirkungsradien bei trockenem Neuschnee von verschiedenen Sprengstoff-Ladungsgrössen in unterschiedlicher Position zur Schneeoberfläche.

Um ein Lawinenanrissgebiet effektiv zu testen und zu sichern, muss die gesamte potentielle Anrissfläche einer zusätzlichen Belastung (z.B. durch eine Detonation) ausgesetzt werden. Dies ist notwenig, weil die Lage der sog. “Hotspots” (Superschwachstellen) im Voraus nicht bekannt ist. Ein akzeptierbares Restrisiko nach den Sprengeinsätzen wird nur erreicht, wenn diese “Hotspots” einer Zusatzbelastung mit genügend hoher Deformationsgeschwindigkeit (= hohe Detonationsgeschwindigkeit) ausgesetzt werden.

Für weitere Informationen:

Sprengpunkthöhe Ladungsgrösse Radius Anbruchsicherheit Radius Begehungssicherheit
Überschneesprengung (+3 bis 3.5 m) 4 bis 5 kg 120 bis 130 m 70 m
Überschneesprengung (+2 bis 2.5 m) 1.5 bis 2.5 kg 80 bis 90 m 50 m
Überschneesprengung (ca. +1 m) 4 bis 5 kg 80 bis 90 m 50 m
Überschneesprengung (ca. +1 m) 1.5 bis 2.5 kg 60 bis 70 m 35 bis 40 m
Oberflächensprengung 4 bis 5 kg 50 bis 60 m 30 bis 35 m
Oberflächensprengung 4 bis 5 kg 50 bis 60 m 30 bis 35 m
Sprengung im Schnee (ca. -0.2 m) 4 bis 5 kg 40 m 25 m
Sprengung im Schnee (ca. -0.2 m) 1.5 bis 2.5 kg 25 m 15 m
Sprengung im Schnee (-0.7 m) 1.5 bis 5 kg 10 m 5 bis 10 m
Mw 12 cm (0 m) 3 kg 40 m
Rak-Rohr 8.3 cm (0 m) 0.7 kg 20 bis 25 m 10 bis 15 m
Mw 8.1 cm (0 m) 0.6 kg 15 bis 20 m 10 m

Quelle: SLF Mitteilung Nr. 53

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