Zuverlässig, wirkungsvoll, sicher und einfach, der Wyssen Lawinen-Sprengmast LS12-5.

Aufbau und Funktion

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Der Wyssen Lawinen-Sprengmast dient zur vorbeugenden kontrollierten Auslösung von Lawinen mittels ferngesteuerter Sprengung. Zur Auslösung einer Lawine wird mittels WAC.3 von der Kommando- zentrale ein codierter Befehl an die Steuerung des Magazinkastens zum Einleiten der Sprengung gegeben. Der Magazinkasten enthält 12 vorbereitete Sprengladungen, welche ferngesteuert einzeln abgeworfen werden können. Durch das Herabfallen der Sprengladung werden zwei Reisszünder gezogen und die Detonation nach einer Zeitverzögerung ausgelöst. Die Ladung bleibt bis zur Detonation auf einer vorher eingestellten Höhe über der Schneeoberfläche an einer Leine hängen, welche nach der Sprengung ganz abgeworfen wird. Zum Nachladen von Sprengladungen wird der ganze Magazinkasten per Hubschrauber vom Mast abgehoben und zu einem Stationsgebäude bzw. Lager gebracht.

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Magazinkasten

Am Magazinkasten sind aussen die Solarpanels, die Antenne und eine Blitzlampe angebracht. Im Inneren befinden sich geschützt vor Wind und Wetter die Abwurfmechanik, Elektronik sowie 12 vorbereitete Sprengladungen. Dank dem kompakten Design, wird eine maximale Systemzuverlässigkeit erreicht.

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Ladungsbehälter

Die Sprengladung besteht aus zwei orangen Halbschalen mit vormontierten Schlagzünder SZ 83, welche mit 5 kg Sprengstoff bestückt werden. Die Ladungen werden durch den Betreiber vor Ort zusammengebaut. Wir liefern die Ladungsbehälter sowie den Leinensack mit der Halteleine (7.5m). Der Sprengstoff sowie alle weiteren pyrotechnischen Elemente werden vom Kunden bei den entsprechenden Lieferanten direkt bezogen.

Ladungsbehälter-Magazin

Wirkung

Ferngesteuert einen leistungsfähigen Sprengstoff zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Detonation zu bringen, bringt den grössten Erfolg zur kontrollierten Lawinenauslösung.

Aus Betreibersicht muss eine Sprenganlage höchst zuverlässig und wirkungsvoll sowie einfach in der Bedienung und Wartung sein. Die Installation im hochalpinen Gelände muss so einfach wie möglich und der Eingriff in dieser empfindlichen Umwelt schonend sein. Der Wyssen Lawinen-Sprengmast erfüllt diese Anforderungen auf optimale Weise

Kleinstes Restrisiko dank grösstem Wirkungsbereich

  • Überschneesprengung mit grosser Ladung (5kg) ergibt einen maximalen Wirkungsbereich von bis zu 260m im Durchmesser
  • Sprengstoff mit hochfrequenter, N-förmiger Druckwelle führt bewiesen zur besten Auslösewirkung, insbesondere in grösserer Distanz vom Sprengpunkt
  • Möglichkeit zur Positionierung der Anlage auf erhöhten Stellen sowie erhöhter Aufhängung der Ladung, ermöglicht Bewirkung von Stellen im Druckschatten (in Couloirs, hinter Geländerippen)
  • Auslösung von kleinsten Schneemengen möglich, dank bester Wirkung
  • sehr guter Stabilitätstest zur Abschätzung der lokalen Lawinengefahr

Maximale Zuverlässigkeit

  • dank klugem Konzept, sind keine kritischen und bewegten Teile der Witterung ausgesetzt
  • dank Solarstromversorgung oder Windgenerator keine anfälligen Zuleitungen im Gelände nötig

Reduzierte Sperrzeiten dank schneller Auslösung, rund um die Uhr bei jeder Witterung

  • ferngesteuerte Anlagen erlauben den Einsatz rund um die Uhr
  • sehr schneller Einsatz und gleichzeitige Auslösung mehrerer Masten möglich
  • Sperrzeiten reduzieren sich in der Regel auf max. 30 Minuten
  • Räumung von Lawinenschnee entfällt im Normalfall, dank kürzeren Lawinenauslaufstrecken infolge Auslösung kleiner Portionen

Höchste Wirtschaftlichkeit

  • geringe Investitionen und Betriebskosten im Vergleich zu permanenten baulichen Schutzmassnahmen
  • kleinste Betriebskosten dank ausgeklügeltem Systemkonzept
  • Schäden an Infrastruktur werden durch die Auslösung kleiner Portionen vermieden
  • Volkswirtschaftlicher Nutzen dank reduzierten Sperrzeiten

Höchste Sicherheit für das Bedienungspersonal

  • Höchste Sicherheit für das Bedienungspersonal
  • Vorbereitung der Ladungen erfolgt in geschützten Räumen
  • dank Mobilität des Magazinkasten praktisch keine Wartung im Gelände nötig

Sehr umweltschonend dank kleinstem Eingriff in der Natur

  • Fundation beansprucht nur 1m2
  • kurze Bauzeiten im Gelände vereinfacht Planung und Umsetzung
  • Sprengung über Boden verhindert Schädigung der Vegetationsdecke
  • Rückbau nach Lebensdauer problemlos möglich

Funktionsprinzip Sprengmasten

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Technische Daten

Allgemeines

Gewicht Magazinkasten kompl. inkl. Ladungen ca. 600 kg
Abmessungen Magazinkasten (l x b x h) 1600 mm x 1050 mm x 1200 mm
Abmessungen Mast (h x ø) 8000 mm x 300 mm
Neigung Mast 15° hangabwärts

Beladung

Anzahl Ladungen pro Abwurfgerät 12 Stk
Sprengstoff pro Ladung max. 5 kg

Mechanik im Magazinkasten

Antrieb Gleichstrommotor
Zeit zur Verdrehung um eine Position ca. 13 s
Übersetzung Getriebe Übersetzung Getriebe

Energieversorgung

Batterie im Magazinkasten gespiesen von Solarpanel 12 V

Alles auf einer Plattform

Bedienungssoftware Wyssen Avalanche Control Center WAC.3

Die neueste Softwaregeneration mit entsprechender Steuerungshardware zur Bedienung, Überwachung und Datenarchivierung der Wyssen Lawinensprengmasten, Detektionssystemen und Wetterstationen.

wac.3_klein
  • Einfache webbasierte Bedienungsoberfläche
  • Mit jedem webfähigen Gerät
    bedienbar (PC, Tablet, Notebook, Smartphone)
  • Standortunabhängige Bedienung
  • Möglichkeit zur Mehrfachauslösung von Sprengmasten
  • Automatische Überwachung der Anlagen rund um die Uhr 24/7
  • Automatische Dokumentation und Archivierung der Daten
  • Datenübermittlung via Mobilfunknetz oder Funk
  • Umfangreiche Zusatzfunktionen (Sprengstoffbuchhaltung, Lawinendokumentation, Wetterstation, Kommunikationstool, Schneehöhenmessung etc.)

Transport per Hubschrauber

Der Magazinkasten wird per Hubschrauber auf den Masten im Gelände transportiert. Der Pilot kann dank der Einführungshilfe den Kasten ohne Flughelfer aufsetzen und vom Mast abheben. Der Magazinkasten richtet sich über eine mechanische Vorrichtung automatisch in die korrekte Position. Ein Überwachungssensor stellt schlussendlich die korrekte Position auf dem Masten fest. Dank eines GPS Empfängers sieht der Benutzer in der Bedienungssoftware auch sofort, ob der Kasten auf dem richtigen Masten im Gelände steht.

Wenn alle Ladungen abgeworfen sind oder nach Saisonschluss keine weiteren Sprengungen mehr nötig werden, wird der Magazinkasten vom Hubschrauber zurückgeholt. Dank der speziellen Wyssen Heliklinke (siehe Bild unten) kann der Pilot auch dieses Manöver ohne Flughelfer machen

heliklinke
helikoptertransport

Mast im Winter mit Magazinkasten

Mast-Winter

Mast im Sommer ohne Magazinkasten

Mast-Sommer 2

Sicherheitsvorschriften

Personal

Für die Bedienung der Anlage und Vorbereitung von Ladungen sind nur offiziell sprengbefugte Personen mit einem dafür gültigen Ausweis und einer entsprechenden Schulung von Wyssen Avalanche Control AG zugelassen. Weiter ist es sehr wichtig, dass das Bedienungspersonal über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung für die Risikobeurteilung, Massnahmenplanung, Massnahmenumsetzung sowie der Abschätzung über Sekundärlawinen und Lawinen die grösser werden können als erwartet, verfügen.

Transport

Für den Hubschraubertransport mit beladenen Magazinkasten, muss das Hubschrauberunternehmen eine Bewiligung haben. Je nach Land sind die vorgesehen Flugrouten mit beladenem Magazinkasten von der Flugbehörde genehmigen zu lassen.

Flugrouten

Die Hubschrauberflugrouten auf denen Magazinkästen von Sprengmasten befördert werden sind so zu wählen, dass vom Lastaufnahmeplatz bis zum Sprengmasten jederzeit in alle Richtungen eine Distanz von mindestens 500m, zu nicht unmittelbar beteiligten Personen eingehalten wird. Das direkte Überfliegen von besiedeltem Gebiet, befahrenen Strassen sowie von Personen besetzten, technischen Anlagen (z.B. Bergbahnen, Bergrestaurants und Relaistationen) sowie befahrenen Skipisten ist verboten.

Lagerung

Bewilligung zur Sprengstofflagerung: Für jeden Maststandort muss durch den Bauherrn eine Genehmigung der zuständigen Behörde für die Sprengstofflagerung während der Einsatzdauer in den Magazinkasten der Sprengmasten angefordert werden.

Grundlagen zur kontrollierten Auslösung

Aus praktischen Erfahrungen und Theorie über die Entstehung von Lawinen im Hochwinter ist bekannt, dass die Wirkung einer Detonation über der Schneedecke zu besten Resultaten bezüglich Restrisiko von unvorhersehbaren Lawinenniedergängen führt. Das verwendete Sprengmittel sollte zu einer hohen Detonations-Geschwindigkeit führen und ein grosses Gasvolumen bei hohem Arbeitsfaktor erreichen. Untersuchungen von umfangreichen Experimenten zeigen, dass Sprengstoffe mit den oben erwähnten Eigenschaften und Ladungspositionen oberhalb der Schneedecke, die grössten Wirkungsradien erreichen. Die nachfolgende Tabelle aus der Mitteilung Nr. 53/1996 vom WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos, zeigt die ungefähren Wirkungsradien bei trockenem Neuschnee von verschiedenen Sprengstoff-Ladungsgrössen in unterschiedlicher Position zur Schneeoberfläche.

Um ein Lawinenanrissgebiet effektiv zu testen und zu sichern, muss die gesamte potentielle Anrissfläche einer zusätzlichen Belastung (z.B. durch eine Detonation) ausgesetzt werden. Dies ist notwenig, weil die Lage der sog. “Hotspots” (Superschwachstellen) im Voraus nicht bekannt ist. Ein akzeptierbares Restrisiko nach den Sprengeinsätzen wird nur erreicht, wenn diese “Hotspots” einer Zusatzbelastung mit genügend hoher Deformationsgeschwindigkeit (= hohe Detonationsgeschwindigkeit) ausgesetzt werden.

Download „Leitfaden zu künstlicher Lawinenauslösung“

Download „Grundlagen zur kontrollierten Auslösung“

Sprengpunkthöhe Ladungsgrösse Radius Anbruchsicherheit Radius Begehungssicherheit
Überschneesprengung (+3 bis 3.5 m) 4 bis 5 kg 120 bis 130 m 70 m
Überschneesprengung (+2 bis 2.5 m) 1.5 bis 2.5 kg 80 bis 90 m 50 m
Überschneesprengung (ca. +1 m) 4 bis 5 kg 80 bis 90 m 50 m
Überschneesprengung (ca. +1 m) 1.5 bis 2.5 kg 60 bis 70 m 35 bis 40 m
Oberflächensprengung 4 bis 5 kg 50 bis 60 m 30 bis 35 m
Oberflächensprengung 4 bis 5 kg 50 bis 60 m 30 bis 35 m
Sprengung im Schnee (ca. -0.2 m) 1.5 bis 2.5 kg 40 m 25 m
Sprengung im Schnee (ca. -0.2 m) 1.5 bis 2.5 kg 25 m 15 m
Sprengung im Schnee (-0.7 m) 1.5 bis 5 kg 10 m 5 bis 10 m
Minenwerfer 12 cm (0 m) 3 kg 40 m
Rak-Rohr 8.3 cm (0 m) 0.7 kg 20 bis 25 m 10 bis 15 m
Minenwerfer 8.1 cm (0 m) 0.6 kg 15 bis 20 m 10 m

Quelle: SLF Mitteilung Nr. 53

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