Lawinenwarnung bei Wiederaufbauarbeiten an Stromleitungen in Skjomen
Steckbrief
| Projekt: | Mastschaden 420KV in Skjomen im Frühjahr 2025 |
|---|---|
| Ort: | Skjomen |
| Land: | Norwegen |
| Umsetzung: | 2025 |
| Kunde: | Sweco Norge / Statnett |
| Geschütztes Objekt: | Stromleitung |
| Installierte Systeme: | WAC.3® Cockpit und Lawinenwarnsysteme |
| Dienstleistungen: | LawinenwarnplanOrtspezifische LawinenwarnungFeldbeobachtungen |
Ausgangslage
Am Dienstag, dem 18. März fielen zwei 420-kV-Leitungen in Skjomenfjella in Nordland aufgrund zwei verschiedener Lawinen aus. Die Ausfälle gehörten zu den grössten, die Statnett jemals erlebt hat. Die Stromversorgung zwischen Süd- und Nordnorwegen war 57 Tage lang unterbrochen. In Skamdalen wurde ein 39 Meter hoher Mast beschädigt, wobei ein Leiterseil abgerissen wurde. Bei Vadbakkvatnet verschob die Lawine einen weiteren Mast um 90 Meter nach unten, riss alle Leiterseile ab und beschädigte auch den benachbarten Mast.
Eine rasche Instandsetzung der Leitungen war entscheidend, doch die Reparaturarbeiten gestalteten sich aufgrund des schwer zugänglichen Geländes, der widrigen Witterungsbedingungen und der anhaltenden Lawinengefahr äusserst anspruchsvoll.
Unsere Lösung
Um sowohl die Sicherheit als auch den Fortschritt zu gewährleisten, lieferten Wyssen Norge und Sweco vom 26. März bis zur Wiederinbetriebnahme der Stromleitungen am 14. Mai täglich Lawinenwarnungen. Da es sich um einen Notfalleinsatz in einer abgelegenen Region handelte, verfügten die eingesetzten Lawinenexperten zunächst nur über begrenzte Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten, der Wetterbedingungen und der Organisation des Auftraggebers. Daher wurde der Einsatz mit einem Lawinenexperten von Wyssen vor Ort verstärkt, der während der gesamten Dauer jederzeit präsent war. Der Lawinenexperte war tagsüber im Einsatz und beobachtete das Wetter und die Schneedecke entlang der Transportwege und Baustellen und erstellte vor Arbeitsbeginn am nächsten Tag eine Lawinenwarnung. Das Wetter im März und April 2025 war wechselhaft, wodurch sich zeigte, wie wichtig die kontinuierliche Präsenz der Lawinenexperten vor Ort für den Arbeitsfortschritt, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Mitarbeitenden auf der Baustelle war. Die Kenntnisse des Lawinenexperten in Bezug auf Wetter- und Schneeverhältnisse erwiesen sich zudem als wertvoll für die kurzfristige und flexible Priorisierung von Ressourcen. Eine kontinuierliche Überwachung vor Ort sowie tägliche Lawinenwarnungen begleiteten den Wiederaufbau der Masten bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung am 14. Mai.